Jenna Stean - Meine Bücher -   

Über das Buch

Am 01. Juli 2018 veröffentlichte Jenna Stean den Liebesroman Mia und Niklas – Keine Liebe ist auch keine Lösung, am 12.12.2018 folgte das Spin-off Emilia und Noah – Wie zähmt man einen Bad Boy? und am 31.03.2019 der 2. Teil der Emilia und Noah Trilogie, Emilia und Noah – Wie hält man einen Bad Boy?. Mit Erscheinen des 3. Teils der Trilogie, Emilia und Noah - Wie lebt man mit einem Bad Boy, am 30. April 2019 ist diese nun vollständig und ab 02.Juni 2019 auch als Sammelband erhältlich ( Emilia und Noah – Die Bad Boy - Trilogie)

Auf dieser Seite geben wir Ihnen erste Einblicke in die Handlung von Teil 2 und hoffen somit, Sie für den Roman begeistern zu können. Zum Spannungsaufbau bieten wir Ihnen hier bereits den Klappentext, die Cover, Informationen über die Hauptfiguren sowie diverse Leseproben an.

Wir wünschen Ihnen nun viel Spaß beim Besuch dieser und der folgenden Seiten.

Emilia und Noah - Wie lebt man mit einem Bad Boy (Teil 3)"

Erscheint: 30.April 2019 bei Amazon
Seitenzahl: 459 (eBook), 323 (Druck)
Preis: 2,99 € (eBook), 9,99 € Druck
ISBN: 978-1095784150

Klappentext

Die Beziehung zwischen Emilia und Noah ist trotz der Entfernung intensiv. Emilia hat sich zu einer selbständigen Frau entwickelt, ist nicht mehr das süße Mädchen, das zu Noah aufschaut. Und Noah hat sich zu ihr bekannt, beherrscht nach schweren Kämpfen seine inneren Dämonen. Emilia und Noah haben sich gegenseitig bewiesen, dass sie uneingeschränkt füreinander einstehen, weil sie sich lieben und brauchen. Doch als Emilia nach Berlin zurückkehrt und ihre Einzelpromotion beginnt, wird ihre Liebe auf eine harte Probe gestellt. Ein Eifersuchtsanfall scheint alles, was sie sich mühsam aufgebaut haben, mit einem Schlag zu zerstören. Wird Emilia an ihrer Liebe festhalten oder ist Noah diesmal zu weit gegangen?

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Die Cover zum Buch

eBook


Taschenbuch

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Emilia und Noah - Steckbriefe zu den Hauptfiguren

Emilia Westphal, 21 Jahre

Familie: Einzelkind, Eltern leben in Berlin
Hobbys: Freunde treffen, Filme schauen, für Hobbys kaum Zeit

Beruf: studiert Mathematik und Informatik

Beziehungen: zwei Jungs

Charakter: zielstrebig, zuverlässig, hartnäckig

Äußeres: mittelgroß, schlank und kurvig, langes, schokobraunes Haar, braune Augen

Besondere Merkmale: keine, sollte an ihrem Kleidungsstil arbeiten

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Noah Schönfeldt, 33 Jahre

Familie: Eltern leben in Hamburg, Schwester in Berlin

Hobbys: mit Marc Fußball- und Handballspiele schauen, surfen, Frauen flachlegen

Beruf: Clubbesitzer

Beziehungen: geschieden, Ex starb an Überdosis

Charakter: selbstbewusst, loyal, verschlossen, nach schrecklichem Erlebnis in der Ehre und Seele verletzt

Äußeres: 1,90 groß, muskulös, schulterlanges blondes Haar, blaue Augen

Besondere Merkmale: Maori-Tattoos, herausstechend ist das Marquesas Kreuz am linken Oberarm

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Kapitel 1 - Emilia

Seine Lippen waren warm und weich. »O Emmi«, seufzte Noah. Emilia öffnete ihren Mund, um ihm Einlass zu gewähren. Ohne zu zögern, glitt seine Zunge hinein und ihre Lippen verschmolzen miteinander. Leise stöhnend drückte Noah Emilia an sich, und sie vergrub ihre Hände in sein Haar. Es war das vertraute Gefühl von Zuhause, ihn zu schmecken, zu riechen, zu fühlen.
Egal was er ihr in den letzten Wochen angetan hatte, sie schaffte es nicht mehr, gegen ihre Liebe anzukämpfen. Mit seinem uneigennützigen Handeln hatte er ihr bewiesen, dass er noch eine Chance verdiente.
Als sie ihn in Hamburg abgewiesen hatte, war sie davon ausgegangen, dass es zwischen ihnen vorbei wäre. Zu sehr hatte er sie mit seinem harten, unberechenbaren Verhalten verletzt.
Aber allein die Tatsache, dass er sich um alles gekümmert hatte, damit sie in Hamburg mit dem Master sorgenlos durchstarten konnte, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, war für Emilia nur überwältigend gewesen.
Noahs Hände glitten über ihre Arme zu den Schultern. Mit den Fingern umfasste er ihr Gesicht und unterbrach den Kuss. Sein heißer Atem streifte ihre Haut, während er mit den Daumen ihre Wangen streichelte und Emilia mit glänzenden Augen ansah. »Ich liebe dich so wahnsinnig, Emmi. Alles, was ich Schlimmes getan habe, tut mir unsagbar leid.«
»Ich weiß«, flüsterte Emilia und nickte lächelnd.
Kopfschüttelnd wanderte sein Blick über ihr Gesicht, als ob er jedes Detail in sich aufnehmen wollte. »Dass du bei mir bist, kann ich kaum glauben. Ich dachte, dich für immer verloren zu haben.«
Er neigte sich erneut zu ihrem Mund. Sanft fuhr seine Zungenspitze über ihre Lippen, drängte in den Spalt hinein. Erst tanzten ihre Zungen miteinander, bald wurde ihr Kuss fordernd und hungrig.
Langsam löste sich Emilia von Noah, und nur widerwillig entließ er ihre Zunge aus seinem Mund. Es schien, als ob er die schlechten Erinnerungen mit dem Kuss vertreiben wollte. Beide atmeten schwer, ihre Gesichter glühten, während Noah Emilia noch enger an seine Brust zog. Sie konnte das heftige Klopfen seines Herzens hinter den Rippen spüren. Auch ihren Puls hörte sie im Kopf pochen.
Emilia sah ihm eine Weile in die Augen. Noah hielt den forschenden Blick stand. »Bitte, enttäusche mich nicht. Noch eine deiner kalten Abfuhren halte ich nicht aus«, flüsterte sie.
»Nein, ich will alles dafür tun, dass wir das diesmal hinbekommen, auch wenn du die nächsten Monate nicht bei mir bist«, versprach er und strich mit den Lippen über ihre Stirn. Noahs Hand wanderte unter ihr Haar, massierte ihren Nacken, und Emilias Kopf ruhte an seiner Schulter. »Ich muss aber wieder nach Hamburg zurück«, murmelte sie.
»Kannst du …« Noah schluckte, seine Stimme klang heiser. » … nicht hier übernachten?«
»Wenn du mich früh weckst und mir einen Tee zubereitest, würde ich vielleicht zustimmen.« Schmunzelnd sah sie zu ihm hoch.
Noahs Augen blitzten auf und ein Strahlen breitete sich auf seinem Gesicht aus, als er seinen Blick zu Emilia senkte. »Ich würde dich selbst direkt zur Uni bringen, wenn du bis morgen bleibst.«
»Das musst du nicht. Aber ich könnte am Wochenende wieder herkommen, wenn du willst«, schlug Emilia vor. Dass sie in Hamburg studierte, machte ihr noch immer ein schlechtes Gewissen.
»Das könntest du, um deine Freunde zu treffen. Leider bin ich die nächsten Tage im Club eingespannt, weil Jonas und Paul ausgefallen sind. Sie liegen wegen einer Lebensmittelvergiftung im Krankenhaus.«
»Echt?« Emilia schob Noah ein Stück von sich. »Jannick ist ebenfalls betroffen, wie ich von Till erfahren habe.«
»Mit Till meinst du Jannicks Freund?«
»Ihr kennt euch?«
Noah lächelte abwinkend. »Nicht wirklich … Ich habe ihn zufällig gesehen.«
»Ach so?« Sie runzelte die Stirn, aber Noah legte seinen Arm um ihre Taille, zog sie ins Haus. »Ich erzähle es dir später«, wich er aus.
Emilia konnte sich schon denken, dass er Till über Jannick kennengelernt haben musste. Woher sollte Noah sonst von ihrer Wohnungsnot in Hamburg gewusst haben? Vermutlich hatte es ihr bester Freund Noah gesteckt, als er ihm den Stick gebracht hatte. Dass sie ein neues Auto gebraucht hatte, war definitiv eine Info von Aron gewesen. Da würde sie noch mal selbst nachhaken, was die Männer damals besprochen hatten. Sauer war sie deswegen nicht. Noah hatte sein Wissen genutzt, um ihr zu helfen, und nur das war am Ende wichtig.
Kaum war die Haustür ins Schloss gefallen, lagen sie sich wieder in den Armen. Aber diesmal war ihr Kuss nicht stürmisch, sondern langsam und zärtlich. Ihre geschwollenen Lippen liebkosten sich, während sich ihre Körper aneinanderschmiegten. Noah streichelte mit den Fingerspitzen Emilias Hals, und ihre Hände bewegten sich kreisend über seinen Rücken.
»Wenn du wüsstest, wie ich es vermisst habe, dass du mich so berührst«, sagte Noah dicht an ihrem Ohr, zupfte mit den Lippen an ihrem Ohrläppchen.
»Und ich habe deine Küsse vermisst«, wisperte Emilia. Sie nahm eine Hand vom Rücken und fuhr mit dem Zeigefinger den Schwung seiner Unterlippe nach, bot ihm ihren leicht geöffneten Mund an, damit er sie wie zu Beginn leidenschaftlich küsste.
Lächelnd sah Noah auf ihre Lippen. »Das ging mir genauso, vor allem der süße Geschmack deiner Zunge«, flüsterte er. Doch bevor es zu einem weiteren Kuss kommen konnte, vernahmen sie ein Klingeln an der Tür.
Stirnrunzelnd seufzte Noah. »Meine Eltern und Linus sind von ihrem Ausflug ins Spaßbad zurück. Die kleine Wasserratte wollte unbedingt dorthin.«
Emilias Blick huschte zur Tür. »Stimmt, deine Eltern sind hier. Hoffentlich stellen sie keine unangenehmen Fragen.«
»Weil du bei mir bist?« Noah hauchte einen Kuss auf ihre Nasenspitze. »Sie werden sich freuen. Meine Mutter war traurig, dass wir uns getrennt hatten.«
Noch einmal klingelte es an der Tür, diesmal länger und energischer. »Dad, mach auf!«, hörten sie Linus rufen. »Junge, klingle nicht die Nachbarschaft zusammen«, vernahmen sie die tiefe Stimme von Joachim.
Bevor draußen noch mehr Krach gemacht wurde, ließ Noah von Emilia ab und öffnete die Haustür.
»Siehst du, Achim, ich sagte doch, dass das Emilias Auto ist«, war das Erste, was Vera freudestrahlend von sich gab, als sie mit ihm und dem Jungen den Flur betrat. Noahs Vater ließ die große Tasche auf den Boden plumpsen, Linus’ Rucksack landete daneben. Die drei hatten rote Augen und rochen nach Chlor.
Mit ausgestreckten Armen eilte Vera auf Emilia zu, umklammerte ihre Schultern, um sie von Kopf bis Fuß zu mustern. »Sag bloß, ihr seid …« Es schien, als ob sie sich nicht traute, die Frage vollständig auszusprechen.
Emilia reagierte achselzuckend. Sie war gerade ein paar Minuten hier. Dass es so schnell feststand, dass Noah und sie wieder ein Paar wären, überforderte sie etwas. Sie wünschte es sich, aber sie mussten auch über die unschönen Dinge reden, die zwischen ihnen vorgefallen waren.
Trotzdem fühlte es sich richtig an, dass sie es miteinander versuchen wollten, und darum nickte Emilia mit einem vorsichtigen Blick zu Noah, der sie erwartungsvoll ansah.
Unsicherheit flackerte in seinen Augen, wie sie reagieren würde. »Sind wir«, antwortete Emilia und blinzelte Noah zu, der geräuschvoll die Luft ausstieß. Seine Erleichterung war ihm anzusehen.
»Nun kommt ins Wohnzimmer, damit ich die Tür schließen kann«, sagte Noah schnell und schob Linus noch ein Stück in den Flur hinein, um an die Klinke zu kommen.
Schweigend musterte der Junge Emilia, wie sie aus dem Augenwinkel mitbekam, während sie von Noahs Eltern zur Begrüßung gedrückt wurde. Dass er sich offensichtlich wunderte, war nachvollziehbar.
»Hattest du nicht viele Sachen mit deiner Familie zu klären und warst deshalb nicht mehr bei uns?«, wandte sich Linus an Emilia, nachdem er fragend zu Noah geblickt hatte und sie nicht mehr von Vera und Joachim in Beschlag genommen wurde. Bevor Noah sich mit einer zusammengereimten Ausrede einmischen konnte, erhielt Linus von Emilia eine Antwort.
»Hatte ich, aber mittlerweile ist alles geklärt.«
»Du bleibst jetzt bei uns?«
Noah und seine Eltern pressten die Lippen zusammen. Es war eine unangenehme Frage, weil Linus keine Ahnung hatte, dass Emilia nicht mehr in Berlin wohnte.
Na super. Nun musste sie sich für ihn noch eine plausible Erklärung einfallen lassen. Das war ihr sofort klar, als sie die hilflosen Gesichter um sich herum betrachtete.
»Leider nur an den Wochenenden und in den Semesterferien. Ich habe in Berlin keinen Studienplatz mehr und bin nach Hamburg gewechselt.«
»Aber du hattest doch in Berlin studiert?«
»Ja, schon, aber als ich mich in Hamburg beworben hatte, war ich mit deinem Papa nicht zusammen … Und dann habe ich die Rückmeldung verpasst. War mein Fehler.«
Linus zuckte die Schultern und setzte eine verständnisvolle Miene auf. »Macht nichts, Emilia, wir können dich besuchen oder du uns. Das klappt schon.«
Schmunzelnd nickte Emilia bei so viel Nachsicht. »Das sehe ich auch so«, stimmte sie dem Jungen zu.
Linus betrachtet meinen Uniwechsel als völlig normale Gegebenheit, erkannte sie. Solche Probleme unkompliziert anzusprechen, war ein Wesenszug vom Kleinen, der Emilia jedes Mal aufs Neue überraschte.
»Ich schlage vor, Linus, du gehst mit Opa auf die Terrasse. Der Wäscheständer ist noch nicht weggeräumt und ihr hängt die Schwimmsachen und Badetücher zum Trocknen auf«, schlug Vera vor.
»Okay«, Linus schwang den Rucksack über die Schulter und griff Joachims Hand. Noahs Vater bückte sich zur Tasche, packte sie an den Henkeln und ließ sich widerstandslos vom Jungen mitziehen.
Vera schaute den beiden hinterher, als sie in das Wohnzimmer gingen, um von dort auf die Terrasse zu gelangen. Dann seufzte sie zufrieden und wandte sich Emilia und Noah zu. »Meint ihr nicht, es wäre besser, ihr seid für euch allein? Bestimmt wollt ihr in Ruhe miteinander sprechen.«
»Ihr würdet noch bleiben, statt heute abzureisen?«,
erkundigte sich Noah. »Dann könnte ich für eine Nacht zu Emmi nach Hamburg fahren.« Er nahm Blickkontakt zu Emilia auf, um zu sehen, ob sie einverstanden wäre, dass er bei ihr im Wohnheim übernachtete.
»Wenn das okay für euch ist?«, willigte Emilia ein.
»Auf alle Fälle«, versicherte Vera. Ihr Lächeln war so warm, dass Emilia sie am liebsten in den Arm genommen hätte. Noah war anzusehen, dass er ähnlich fühlte. »Ihr bringt morgen Linus in die Kita. Hannah kümmert sich nachmittags um den Jungen, weil ich in den Club muss.«
»So hatte ich es mir gedacht. Fahrt beide nach Hamburg, redet, genießt die Stunden zu zweit.« Vera machte einen Schritt auf Noah zu, strich ihm über die Wange und sagte zu ihm: »So weit ich weiß, hast du gerade viel zu tun. Da habt ihr kaum Gelegenheit, euch zu sehen.«
»Das ist leider so. Ich hoffe, es fallen nicht noch mehr Leute aus.«
»Was ist leider so?« Joachim kam mit Linus zurück.
»Ich bleibe für eine Nacht bei Emilia in Hamburg. Morgen muss ich wieder in Berlin sein, zu hoher Krankenstand im Club«, erklärte Noah.
Linus klatschte in die Hände. »Ich bin mit Oma und Opa allein?«, fragte er mit breitem Grinsen.
Mit einem Seufzer nickte Noah. »Ja, und sie werden dich von vorne bis hinten verwöhnen, wie schon die vergangenen Tage.«
»Ach wirklich?« Emilia war überrascht, weil sie Noahs Eltern für streng gehalten hatte, zumindest, was Erziehungsfragen gegenüber Noah betraf, als der ein Kind war. Es hatte erst den Anschein, dass sie mit Linus nicht anders umgehen würden.
»Ach, Noah. Wann kommen wir schon zu Besuch, da müssen wir unseren Enkel ein bisschen verwöhnen dürfen«, konterte Vera.
»Na ja, ob man das so nennen kann, was ich im Kühlschrank alles vorgefunden habe.« Lachend machte sich Noah zum Schlafzimmer auf, verharrte und schaute zu Emilia über die Schulter. »Ich packe ein paar Sachen zusammen, bin gleich bei dir, Baby.«
»Baby?« Linus kicherte hinter vorgehaltener Hand. »Dad nennt dich Baby?«, vergewisserte er sich bei Emilia.
Sie hob verlegen die Schultern. »Ja, das sagt er manchmal zu mir.«
»Klingt wie im Fernsehen, da sagen die Männer auch zu ihren Frauen Baby.«
Emilia stupste mit dem Finger gegen Linus’ Nase. »Glaub mir, wenn du älter bist, wirst du deiner Freundin ebenso einen Kosenamen geben«, zog sie ihn auf.
Linus machte große Augen und wehrte mit den Händen ab. »Nein, nein … Niemals!«
»Oh, doch«, warf Vera lachend ein. »Weißt du, wie ich Opa früher genannt habe?« Sie zwinkerte verschwörerisch Joachim zu, der mit einem Knurren reagierte. »Du willst wohl, dass ich vor dem Jungen erröte«, brummte der.
»Meine Mutter nannte ihn Bärchen«, tönte es vom Schlafzimmer. Noah kam schmunzelnd mit der gepackten Tasche zu ihnen.
»Besser, ihr fahrt los, bevor noch mehr Peinlichkeiten verraten werden«, entrüstete sich Joachim und drückte Noah an sich. Emilias Blick wanderte zwischen den Männern und Vera hin und her. Noahs Mutter lächelte nickend. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn schien immer herzlicher zu werden.
Noah beugte sich zu Linus, gab ihm einen Kuss zum Abschied und zauste sein Haar, danach umarmte er seine Mutter, bevor Emilia sich von der Familie verabschiedete.
Als sie auf der Straße standen und die Tür von innen verschlossen war, sah Noah Emilia mit seinen leuchtend blauen Augen an. Sein Blick war so intensiv, dass sie ein erregender Schauer durchfuhr. Sie räusperte sich. »Soll ich dir hinterherfahren?«
Noah schüttelte den Kopf. »Nein. Ich will jede Minute bei dir sein, deshalb fahre ich in deinem Auto mit.«
»Und wie willst du morgen nach Hause kommen?«
»Entweder fliege ich oder nehme den ICE.«
»Okay.« Freudig reckte Emilia ihr Gesicht Noah entgegen und er neigte sich zu ihr, damit sie ihm ihre Lippen auf den Mund drücken konnte. »Aber du solltest wissen, dass ich nichts zu essen im Kühlschrank habe. Wir müssten zwischendurch noch irgendwo anhalten«, sagte sie.
»Wir holen uns Wein und eine Kleinigkeit von der Tanke … Aber nun komm. Ich will so schnell wie möglich in deiner Wohnung sein.«
»Nur zum Reden?«, wollte Emilia wissen. Sie suchte Noahs Hand und verschränkte seine Finger mit ihren. Es war nach Emilias Meinung wichtig, dass sie sich aussprachen, aber gleichzeitig merkte sie, dass ihr Verlangen Hitzewellen vom Herzen bis zum Unterleib pulsieren ließ. Doch da sie selbst zu Noah noch gestern Abend gesagt hatte, dass Sex ihre Probleme nicht lösen würde, war es ihr ein bisschen peinlich, zuzugeben, dass sie mit ihm schlafen wollte.
Noah blieb abrupt stehen. Mit nachdenklicher Miene sah er sie an. »Ich will nicht nur reden, aber ich will dich ebenso wenig bedrängen.« Er legte den Kopf in den Nacken, fuhr sich mit der Hand über das Gesicht und atmete tief durch, bevor er sich ihr wieder zuwandte. »Mann, Emmi, du weißt, dass ich verrückt nach dir bin, aber ich will diesmal keinen Fehler machen.«
»Tust du nicht. Wir werden genügend Zeit haben, an uns zu arbeiten, um nicht noch einmal unsere Beziehung aufs Spiel zu setzen. Und darum lass uns hier nicht länger herumstehen, sondern ins Auto steigen und losfahren.«

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Kapitel 2 - Noah

»Die erste Nacht in meinem neuen Wohnheimzimmer und die verbringe ich mit dir«, schwärmte Emilia, als Noah seine Tasche auf die Rückbank stellte. Doch bevor sie sich auf den Weg machen konnten, gab es eine hitzige Debatte. Sie mussten sich einigen, wer hinter dem Lenkrad sitzen sollte. Noahs Argument, dass er schneller als Emilia Hamburg erreichen würde, hatte sie nicht von der Hand weisen können. Wo sie über die Autobahn mit gemütlichen 100 Stundenkilometern fuhr, raste er auf der linken Spur mit doppelter Geschwindigkeit. Also war rasch geklärt, wer auf der Fahrerseite sitzen würde.
Während der Fahrt lag Noahs Hand träge auf Emilias Oberschenkel. Statt sich zu unterhalten, hörten sie Musik, und beide hingen sie ihren Gedanken nach.
Noah warf einen kurzen Blick zu Emilia, die aus dem Fenster blickte. Woran sie wohl gerade dachte?
Er musste zugeben, dass er sich wünschte, Emilia bräuchte nicht nach Hamburg, sondern hätte bei ihm bleiben können. Wobei es noch schöner wäre, sie würde in Berlin studieren. Doch er konnte nicht alles haben, und dass sie wieder zueinandergefunden hatten, sollte er als kostbares Geschenk betrachten.
Wir werden anderthalb Jahre meist getrennt sein. Ich habe kaum Zeit, sie ist mit dem ganzen Unikram beschäftigt. Hoffentlich hat das keine zu große Auswirkung auf unsere Beziehung.
Für Noah wäre es perfekt gewesen, sie hätte das Semester ausgesetzt und später in Berlin angefangen. Aber gleichzeitig war ihm klar, dass solch ein Umstand Emilia unglücklich gemacht hätte. Das war der Grund, dass er bereit war, auf eine Beziehung mit ihr zu verzichten, wenn das Problem mit Lee nicht aus der Welt geschafft worden wäre. Noah wusste, dass es in einer Beziehung schwierig werden würde, wenn ein Partner, statt seine Möglichkeiten auszuschöpfen, zurückstecken musste. Marie hatte für ihn auf Beruf und Kinder verzichtet, damit er seine Karrierepläne verwirklichen konnte. Noahs Exfrau hatte ihre Unzufriedenheit mit Drogen und Bettgeschichten betäubt. Am Ende war die Beziehung daran zerbrochen. Noch einmal wollte er das nicht miterleben. Emilia sollte eine Zukunft haben, wie sie sich diese vorstellte. Dafür würde er alles geben, was ihm möglich war: finanzielle Sicherheit, Vertrauen, Liebe. Nie wieder wollte er Emilia enttäuschen. »Schau, dort könnten wir einen Stop einlegen, um zu tanken und ein paar Sachen einzukaufen.« Noah nahm die Hand von Emilias Bein und deutete auf das Tankstellenschild.
»Während du tankst, hole ich uns was aus dem Laden«, entschied Emilia, als Noah neben der Zapfsäule hielt.
Der Parkplatz war fast leer, weil es schon sehr spät war.
Nachdem Noah getankt hatte, suchte er sich einen abgeschotteten Platz, weil die Blase drückte. Öffentliche Toiletten mochte er nicht. Dann folgte er Emilia in den geräumigen Einkaufsbereich.
Stirnrunzelnd sah er sich zwischen den Regalen um. Als er Emilia erblickte, zuckten seine Mundwinkel amüsiert. Sie war mit Wein, Wasser, Teepackung, Cracker und zwei Pizzen beladen. Mit Mühe balancierte sie die Waren zur Kasse.
Bevor sie ihr Geld aus dem Portemonnaie gefummelt hatte, reichte Noah dem Kassierer seine Kreditkarte. Den Protest auf Emilias Lippen unterband er mit einem Kuss.
Nachdem die Rechnung beglichen war, schob Noah die Brieftasche in die Jeans und packte die Einkäufe in eine Plastiktüte.
»Kommst du?«, raunte er Emilia zu, die neben der Kasse verharrte und in einer Zeitschrift blätterte. Ein Artikel über London hatte es ihr angetan.
Noah beugte sich zu Emilia. »Ah, London, tolle Stadt.«
»Du warst schon dort?«, wandte sie sich an Noah und legte die Zeitschrift zurück.
»Mehrmals. Du noch nicht?«
»Nein, als ich auf dem Gymnasium war, fand mit einem Bus eine Klassenfahrt nach London statt. Leider war ich krank geworden und konnte nicht mitfahren. Irgendwann werde ich nach London fliegen und mir die Stadt ansehen. Ein großer Traum von mir.«
Noah nickte. »Das solltest du auf jeden Fall.«
Am Auto angekommen, stellte Noah die Einkäufe auf die Rückbank neben seine Tasche. »Wie lange brauchen wir noch«, fragte Emilia und sah zu Noah, als er zu ihr stieg.
»Keine Stunde mehr.«
»Also sind wir gegen elf bei mir. Wow, Noah, das geht ja schnell.«
»Genau, und deshalb fahre ich den Wagen«, sagte er mit einem spitzbübischen Grinsen, das Emilia mit einem Stöhnen quittierte.

Am Wohnheim angekommen, suchte Noah einen Parkplatz. Um die Uhrzeit waren die meisten besetzt, aber schließlich fanden sie einen, der nicht zu weit entfernt war. Sie fuhren die drei Etagen mit dem Aufzug hoch und Emilia spürte, wie sich ihr Magen vor Aufregung zusammenzog.
Noah blieb dicht an Emilias Seite, als sie bis zum Ende des Gangs zur Wohnung gingen.
»Ich komme mir wie ein pubertierender Teenager vor, der das erste Mal seine Freundin besucht«, gestand Noah grinsend.
»Na ja, in gewisser Weise ist es wie ein erstes Mal.« Emilia zwinkerte ihm zu und schloss die Tür auf.
»Darf ich dich in mein Reich hineinbitten?« Sie schaltete das Licht an und machte mit der Hand eine einladende Geste.
Nachdem die Jacken am Garderobenhaken hingen, Sneakers und Boots ausgezogen waren, trug Noah die Plastiktüte in die Küche und räumte die Einkäufe aus. Mit seiner Tasche begab er sich zu Emilia ins Wohnzimmer. Sie stand schweigend in der Mitte des Raums, ließ die Farben und die Einrichtung auf sich wirken.
»Und … Gefällt dir die Wohnung? Habe ich deinen Geschmack getroffen?«, wollte Noah wissen und rieb sich mit einem vorsichtigen Lächeln den Nacken. Abwartend musterte er Emilia.
»Es ist … wunderschön. Wie hast du das alles geschafft? Und woher wusstest du, dass ich einen Fernseher und Rechner benötige?« Emilia sah ihn fragend an.
Noah streckte die Hand aus und zog sie an seine Brust. Sie schmiegte sich an ihn und schlang die Arme um seine Hüften.
»Ich hatte mir Zeit genommen, um die Möbel auszusuchen und hierher zu bringen. Dann erinnerte ich mich, wie du einmal gesagt hattest, dass du Pastelltöne magst. Deshalb hatte ich die Wände in hellem Lindgrün gestrichen. Und, nun ja … Von meiner Mutter wusste ich, dass du nur den Laptop in Hamburg hast. Deshalb kaufte ich dir neue Geräte.« Noah fuhr mit der Hand unter Emilias Haar die Wirbelsäule hinauf und hinab, die andere ruhte auf ihrer Taille. »Das Bad und die Küche waren die größte Herausforderung. Meine Mutter hatte mich mit einigen hilfreichen Tipps ausgestattet, wie ich Kalkflecke im Bad und Verkrustungen auf Herdplatten wegbekomme. Mit normalen Putzmitteln funktionierte das nicht.« Noahs Finger verweilten zwischen Emilias Schulterblättern, sanft ließ er seine Fingerspitzen dort kreisen. »Damit du genügend Zeit für dein Studium und uns hast, würde ich gern die Miete übernehmen.«
»Ich weiß nicht, ob ich das möchte.« Emilia seufzte. »Du hast so viel für mich getan. Wenn du jetzt noch die Wohnkosten bezahlst, käme ich mir vor, als ob ich dich ausnutze.«
Noah zog die Augenbrauen zusammen. Er hob mit dem Zeigefinger ihr Kinn, damit sie ihn ansah. »Pass auf, Emmi, du weißt, dass ich mit dem Club gut verdiene. Du sollst dich mit finanziellen Dingen nicht belasten, sondern deine ganze Kraft in den Abschluss stecken. Wenn ich nur darüber nachdenke, wie du mir mit Jannick den Arsch gerettet hast … Deshalb ist es das Mindeste, dich wenigstens auf diese Weise zu unterstützen.«
»Trotzdem, Noah …«
»Keine Widerrede, Baby.« Noah senkte den Kopf, um Emilias Einwände mit einem Kuss zu stoppen. »Ich denke dabei keinesfalls nur an dich. Wenn du nicht extra arbeiten musst, hast du mehr Zeit für mich«, flüsterte er dicht an ihrem Mund.
»Einverstanden. Ich werde dich von deinem Vorhaben sowieso nicht abbringen können.«
»Da kannst du dir sicher sein.« Noah konnte sich ein Grinsen unmöglich verkneifen, und als Emilia schmunzelnd mit den Augen rollte, wurde es noch breiter. Doch im nächsten Moment wurde seine Miene ernst. »Ich möchte für dich sorgen. Du bist die Frau, mit der ich mein Leben teilen will. Und ich hoffe, dass die drei Semester schnell vorbeigehen. Ich vermisse dich, vor allem nachts, wenn ich nicht neben dir einschlafen kann und früh, wenn ich ohne dich aufwache.«
Emilia seufzte. »Glaub mir, Noah, das geht mir nicht anders. Ich vermisse dich jetzt schon, weil ich weiß, dass du morgen nach Berlin zurückkehrst.«
»Wirklich?« Noah erleichterte ihre Aussage, dass ihr die Trennung genauso schwerfiel wie ihm. Ein wenig hatte er Sorge, Emilia würde es in Hamburg zu gut gefallen, dass sie sich entfremden könnten. Denn mit Trennungen und Abstand kam Noah nicht gut zurecht. Er brauchte Nähe und Klarheit. Sich auf diese Fernbeziehung einzulassen, war für ihn schwierig, doch wenn er die Beziehung mit Emilia vertiefen wollte, musste er ihr Studium in Hamburg respektieren.
»Es wird die nächsten Semester nicht leicht, aber wenn wir beide kompromissbereit sind, wird das mit uns klappen.« Emilia löste sich aus seiner Umarmung. Sie drehte sich ihm zu, nahm sein Gesicht in ihre Hände und zog Noahs Kopf zu sich herunter. »Ich liebe dich, denke immer daran.«
»Ich versuche es«, versprach Noah.
Emilia lächelte ihm aufmunternd zu. »Babe, glaub mir. Wir schaffen das, wenn wir uns beide bemühen. Ich weiß, dass dich die Situation belastet.«
»Du nennst mich wieder Babe?« Noah erinnerte sich an die Nacht in Hamburg, als ihr das Wort herausgerutscht war. Eigentlich mochte er es nicht, mit einem Kosenamen bezeichnt zu werden. Doch Emilia würde er es nicht verbieten, wenn sie ihn so nennen wollte. Er biss sich auf die Lippe. Ihm war deutlich bewusst, dass Emilia ihm alles bedeutete. »Shit, Emmi, ich liebe dich so sehr.«
Emilia drückte ihm ihre Lippen auf das Kinn. »Ich weiß, und deshalb sollten wir die restlichen Stunden, die uns noch bleiben, nicht mit traurigen Gedanken schwermachen.«
Noah nickte und stieß die Luft aus. »Du hast recht. Ich schlage vor, ich kümmere mich um das Essen und du packst deine Sachen aus.« Er zeigte auf Emilias verschlossenen, vollen Taschen. »Du bist erst richtig eingezogen, wenn sie leer sind.«
»Ja, die habe ich einfach so stehen lassen«, sagte Emilia und kräuselte die Nase, »als wir … Äh, ich meine, als ich die mit Farbe bekleckerte Socke gefunden hatte. Ich bin aus der Wohnung raus, um zu dir zu fahren. Da habe ich nicht ans Auspacken gedacht.«
Wir? Noah runzelte die Stirn, aber bevor er Emilia fragen konnte, ob jemand bei ihr gewesen war, während sie die Wohnung in Empfang genommen hatte, hatte sie sich bereits ihren Taschen zugewandt und öffnete sie. Noah beobachtete, wie sie ihre Klamotten in den Schrankfächern verstaute und Papierkram auf den Schreibtisch legte. In seinem Kopf rasten die Gedanken. Gestern dachte er noch, die Beziehung zu Emilia wäre vorbei. Nun stand er in ihrer neuen Wohnung. Sie gab ihm eine Chance. Und das Letzte, was er wollte, wäre, Emilia zu enttäuschen, auch wenn dieses Wir ihm für einen Augenblick ein komisches Gefühl im Bauch bescherte und er Emilia am liebsten dazu ausfragen würde, wie sie das gemeint hätte. Jedoch wollte er sich darüber nicht länger den Kopf zerbrechen.
»Noah, willst du dich nicht jetzt langsam um das Essen kümmern?«
»Essen?« Noah schrak hoch. Er blinzelte und fuhr sich mit einer Hand durchs Haar, während er auf dem Absatz kehrtmachte, um die Küche aufzusuchen. »Stimmt ja, ich wollte die Pizzen in den Ofen schieben«, murmelte er.
Noah verließ das Zimmer. Beim Aufreißen der Kartons hämmerte ihm immer noch das Wir im Schädel. Aber nachdem er den Herd eingeschaltet hatte, die Pizzen im Ofen zu backen begannen und der Tisch gedeckt war, verschwanden die negativen Gedanken.

»Noch einen Schluck Wein?« Emilia winkte ab. »Nein, danke, sonst werde ich müde.«
Emilia hielt die Hand vor den Mund, als sie ein Gähnen nicht unterdrücken konnte. Sie steckte sich ein Stück Pizza in den Mund und schob den halbvollen Teller zurück, als Zeichen, dass sie nichts mehr essen wollte.
»Das nächste Mal koche ich uns ein ordentliches Gericht«, schlug Noah vor. Fertigessen war nicht unbedingt nach seinem Geschmack, aber oft fehlte ihm die Zeit oder er war nach der Arbeit zu erschöpft zum Kochen.
»Was würdest du uns für kulinarische Leckereien zubereiten?«, wollte Emilia wissen, konnte dabei ein zweites Gähnen nicht unterdrücken. Ihre Augen tränten vor Müdigkeit.
Noah kratzte sich nachdenklich das stoppelige Kinn. »Cottage Pie wäre so ein Gericht. Der Auflauf stammt aus Irland. Schmeckt irre gut, mit Lammhack, Käse und Kartoffelkruste.«
»Hm, klingt vielversprechend. Dann erwarte ich, dass du das nächste Mal den Koch für mich mimst.« Emilia grinste. »Aber nackt, höchstens mit einer winzigen Schürze um die Hüften gebunden.«
Noahs Augen funkelten. »Das würde dir also gefallen?«
»Klar doch. In dem Outfit wärst du noch appetitanregender.«
»Ein Fehler, dass ich die Pizzen nicht nackt zubereitet habe.«
»Warum?«
Noah stand auf und räumte die Teller zusammen. »Weil du mir gleich auf dem Stuhl einschläfst.«
»Wir können ja trotzdem …«
»Du bist total müde, Emmi«, reagierte er kopfschüttelnd. »Wir gehen ins Bett, du musst dich ausschlafen.«
Noah machte sich auf den Weg zur Küche. Emilia kam mit den Gläsern und der halbvollen Weinflasche hinterher.
»Bist du sauer?«, fragte sie vorsichtig, als er zum Mülleimer gebückt die Reste entsorgte.
»Weil du jetzt mit mir nicht schlafen willst?«, fragte Noah und richtete sich auf.
»Habe ich nicht gesagt«, widersprach Emilia.
»Aber ich sehe es an deiner erschöpften Miene. Wenn du willst, streichle ich dich noch, bis du eingeschlafen bist.« Innerlich musste Noah lächeln. Er liebte es auch, Emilia einfach nur im Arm zu halten, sie mit seinen Händen zu liebkosen, ohne dass es dazu kam, dass sie miteinander schliefen. Sie auf diese Art zu verwöhnen, war ihm wichtig, obwohl er mit ihr den Sex genoss. Doch wenn sie keine Lust hatte, konnte er sich beherrschen.
»Ich kann dich ebenso streicheln, wo du es am liebsten hast.« Sie leckte sich verführerisch über die Unterlippe.
Noah zog eine Braue hoch. »Und mich damit so richtig scharf machen? Keine gute Idee.« Er räumte Teller und Besteck in die Spülmaschine, drückte die Klappe mit dem Knie zu und ergänzte: »Wenn wir morgens noch Zeit haben, kannst du das gern nachholen, aber heute Nacht sind meine Eier tabu.«
»Abgemacht.« Emilia ging ins Bad. »Soll ich dir deine Zahnbürste vorbereiten?«, rief sie ihm zu.
»Ich hab mein Zeug noch in meiner Tasche«, antwortete Noah und kramte seine Hygieneartikel heraus. Er schlenderte zu Emilia ins Bad, um sich wie sie für das Bett fertigzumachen.
Schweigend standen sie nebeneinander, grinsten ihren Spiegelbildern entgegen, während sie sich die Zähne putzten.
Emilia war vor ihm fertig. Sie kämmte sich die Haare, danach ging sie ins Zimmer zurück.
Noah knipste das Licht aus und schloss die Badtür. Jeans und Socken hatte er im Bad ausgezogen. Er warf die Klamotten über einen Stuhl, Emilia tippte noch auf ihrem Handy herum.
»Wann musst du aufstehen?«, fragte Noah und kletterte ins Bett. Er war froh, dass er Decke und Kissen in doppelter Ausführung gekauft hatte, weil es die Sachen im Angebot gegeben hatte. Dass er jetzt den Nutzen daraus zog, war beim Einkauf nicht vorhersehbar gewesen.
Emilia legte das Handy auf den Tisch. »Ich habe den Wecker schon auf halb acht gestellt.« Sie kicherte. »Dann haben wir morgen noch eine halbe Stunde für uns.« »Hauptsache, wir wecken nicht deine Nachbarn.«
»Keine Ahnung, wie dünn die Wände sind.« Emilia zog sich aus, nahm die Kette ab und kletterte nur in Slip zu Noah ins Bett.
Sie drehte sich von ihm abgewandt auf die Seite. »Du kannst mit deinem versprochenen Verwöhnprogramm anfangen«, sagte sie träge und rieb leicht provozierend ihren Po an seiner Mitte, nachdem auch er sich ihr zugewandt auf die Seite gedreht hatte.
»Es wird mir schwerfallen, mich zurückzuhalten«, presste Noah zwischen den Zähnen hervor, während er eine Hand über Emilias Rücken gleiten ließ, dabei spürte, wie sein Schwanz hart wurde. Ihre Haut unter seinen Fingerspitzen war weich und glatt.
»Du schaffst das schon, standhaft zu bleiben«, hörte er sie murmeln. Schließlich dauerte es nicht mehr lange, dass er Emilias gleichmäßigen, flachen Atem vernahm. Sie war eingeschlafen, und er lag mit einer schmerzenden Erektion neben ihr.

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Impressum - Leseproben

Erste Auflage 2019
Copyright © 2019 by Jenna Stean
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Die Personen und Handlungen in diesem Roman sind frei erfunden. Ähnlichkeiten zu jedweden Personen sind rein zufällig.

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